|
 |
DIGDegeneriert und dekadent. Ubiquitär und omnipräsent.
|
| Zum bedingungslosen Grundeinkommen :: Shakespeares großartigste Sonette |
| Autor |
Nachricht |
Kelle DIGtator

Anmeldungsdatum: 07.02.2009 Beiträge: 1958

|
Verfasst am: 17 Nov 2009 17:54 Titel: Der Schatten des Windes |
|
|
Carlos Ruiz Zafón hat ein Buch geschrieben, dass so düster, geheimnisvoll und spannend ist, dass der enorme Erfolg in Spanien und Deutschland wenig verwundert.
Wikipedia meint: | Zitat: | Zafón erzählt in Der Schatten des Windes „eine Geschichte von einsamen Menschen, von Abwesenheiten und Verlust“, wie Daniel es einmal formuliert: Abwesenheit und Verlust eines Gebirges der Kultur im Friedhof der Vergessenen Bücher, Abwesenheit und Verlust von Daniels Mutter, von Claras Vater, von Freunden und Geliebten. Die Kraft der gemeinsamen Erinnerung und die Hartnäckigkeit, von der sie lebt – das sind daher die eigentlichen Themen des Romans.
Für das heutige Spanien existiert vielleicht eine noch konkretere Bedeutungsebene: Außer auf die Namen tragenden Opfer des Romans wird auch auf die unzähligen Namenlosen hingewiesen, die während des Bürgerkriegs und während der Jahrzehnte langen Rache des siegreichen Franquismus verschwinden. Dieser Terror und seine Politik des Vergessens schlagen immer wieder wie Kugeln in den Lebensweg der Romanfiguren ein, hier berühren sich der frühere autoritäre Konservatismus des spanischen Bürgertums und der spätere franquistische Terrorismus: Die Gewalt personifiziert sich sowohl im heuchlerischen Patriarchen Aldaya als auch in Javier Fumero, dem wendigen Killer und Henker der Franco-Diktatur. Etwa vierzig Jahre nach Julians und Penelopes Geburt beginnt Daniel seine Nachforschungen – etwa vierzig Jahre (von 1936 bis 1977) haben auch Bürgerkrieg und Franco-Diktatur die Rekonstruktion der Lebensläufe der Verschwundenen verhindern können.
Vor der Folie dieser größten Verheerung der spanischen Gesellschaft in ihrer ganzen bisherigen Geschichte kann der Roman auch gelesen werden als eine Ermutigung, das Schicksal dieser Hunderttausenden genau so zu erhellen, wie das der wenigen Protagonisten im Zentrum des Romans: „Das ist wie die Gezeiten, wissen Sie“, heißt es an einer Stelle des Romans, „die Barbarei […] zieht ab und man hält sich für gerettet, aber sie kommt immer wieder zurück.“ Der Wiederholungszwang dieser Geschichte beginnt erst zu enden, wenn man sich ihr stellt. |
Daniel Sempere wird als Zehnjähriger wird von seinem Vater in den Friedhof der vergessenen Bücher gebracht. Daniel soll sich dort ein Buch aussuchen und erwischt Juán Carax' "Der Schatten des Windes". Das Buch zieht den jungen Daniel in den Bann und lässt ihn Nachforschungen anstellen...
Mir ist kein Film oder literarisches Werk bekannt, dass mich so in seinen Bann gezogen hat wie dieses Buch. Es raubte mir Stunden meines Schlafes, von dem ich ohnedies nicht viel habe und ich war teilweise bis an die Zehen angespannt, musste manchmal nach wenigen Sätzen das Buch aus der Hand legen, um durchzuatmen und der Spannung Paroli bieten zu können.
Eine großartige Geschichte, die Verlust, Liebe, Krieg und Erinnerungen abhandelt. Meisterlich.
Ich werde mir wohl auch Das Spiel des Engels zu Gemüte führen müssen. _________________ "I know, it just seemed like the kinda thing a mentally-deranged sex-starved pill-popping housewife would do." (Angels in America) |
|
| Nach oben |
|
 |
Kelle DIGtator

Anmeldungsdatum: 07.02.2009 Beiträge: 1958

|
Verfasst am: 04 Dez 2009 13:41 Titel: |
|
|
Vergangene Nacht habe ich Das Spiel des Engels zuende gelesen. David Martín ist Schriftsteller und bekommt eines ages von einem mysteriösen französischen Verleger ein Angebot. Für 100 000 Francs soll er ein Manuskript schreiben. Eine neue Religion erfinden.
Das Buch liest sich ähnlich wie Der Schatten des Windes und setzt zeitlich davor an. So lernt man also Daniel Semperes Vater und vor allem auch Großvater besser kennen.
Die Handlung ist erneut sehr spannend, Martín ein Mann, der weniger glatt ist. Eigenbrötlerischer und sarkastischer. An Der Schatten des Windes kommt es nicht ganz ran, dennoch sehr lesenswert. _________________ "I know, it just seemed like the kinda thing a mentally-deranged sex-starved pill-popping housewife would do." (Angels in America) |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen
|
|
|
|
|