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Homophobe Gewalt


 
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Ziemlich meschugge :: Berlin-Begeisterung: Kein Grund dafür  
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Kelle
DIGtator


Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 12 Feb 2009 1:09    Titel: Homophobe Gewalt Antworten mit Zitat

Es häufen sich Mitteilungen über Gewaltattacken, die sich gezielt gegen Lesben und Schwule richten. Am 20. Januar wurde ein besonders aggressiver Gewaltakt bekannt, der vermutlich homophob motiviert war und sich im Szenekiez Schöneberg abspielte. Zwei Tage nach dem Angriff war das Opfer noch immer nicht ansprechbar.
Auch das Stadtmagazin zitty hat sich der Thematik angenommen (http://www.zitty.de/magazin-berlin/34754/), einige interessante Textpassagen sollen nicht unerwähnt bleiben.

Zitat:
Der schwulen Opferhilfeorganisation Maneo wurden in Berlin 2008 mehr als 300 Vorfälle von Gewalt gegen Schwule oder Lesben gemeldet – wegen der Scheu vieler Opfer, zur Polizei zu gehen, erfährt der Verein von sehr viel mehr homophoben Taten als die Polizei, die 2007 nur 43 solcher Delikte registrierte. Beleidigungen und Drohungen, Rempeleien, schwerste Gewalttaten: Beinahe täglich wird ein neuer Fall bekannt. Fast jede Lesbe und fast jeder Schwule in Berlin ist entweder selbst Opfer von Anfeindungen geworden oder mit einem Opfer befreundet.

Zitat:
Das Bild von Berlin als Hafen der Toleranz, als „Magnet für Schwule und Lesben, die ihre Heimatorte aus Furcht vor Repressalien verlassen“, wie beispielsweise die Berlin Tourismus Marketing auf ihrer Homepage schreibt, ist jedenfalls unterminiert. Rund 300.000 Schwule, Lesben und Transsexuelle leben laut Schätzungen in Berlin. Und nach langem Kampf um Toleranz und Anerkennung ist ihre Präsenz in der Stadt scheinbar zur Selbstverständlichkeit geworden. Waren die 90er Jahre noch das Jahrzehnt politisch korrekter Gesten – vom Hissen der Regenbogenfahne bis zum vermehrten Auftauchen von Schwulen und Lesben in Filmen und Fernsehserien –, so sind die Grenzen nach dem Jahrtausendwechsel allmählich verschwommen.
Sicher, nach wie vor gibt es den Schwulenkiez in Schöneberg als bunte, aber auch relativ abgeschottete Welt.

Zitat:
Aber immer noch, oder schon wieder, gebe es regelrechte „No-Show-Areas“ in der Berliner Innenstadt, sagt Bastian Finke. Orte, an denen man nicht wisse, wie die Leute auf zwei Männer reagieren, die sich an den Händen halten oder küssen. Wo das sei? Im Neuköllner Norden und in Lichtenberg beispielsweise, sagt Finke, aber auch den Ku’damm fänden manche Schwule und Lesben problematisch.

Zitat:
Eine der schwersten Gewalttaten im vorigen Jahr wurde in Friedrichshain verübt, mitten im vermeintlichen Szeneviertel. Die Täter beschimpften ihr Opfer als „schwule Sau“ und prügelten es krankenhausreif. Randnotiz: Der Mann war zweifacher Familienvater und heterosexuell.

Zitat:
Der Psychologe Bernd Simon hatte an elf Berliner Gesamtschulen und Gymnasien insgesamt knapp 1.000 Jungen und Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren befragt. 78,9 Prozent der männlichen Befragten mit türkischem Migrationshintergrund äußerten dabei Zustimmung auf den Satz „Wenn sich zwei schwule Männer auf der Straße küssen, finde ich das abstoßend“. Bei den Schülern ohne Migrationshintergrund waren es 47,7 Prozent. Dem Satz „Schwule und Lesben sollten die gleichen Rechte haben wie heterosexuelle Männer und Frauen“ stimmten 73,9 Prozent der deutschstämmigen Schüler zu, bei den türkischstämmigen waren es 37,5 Prozent. Toleranz gegenüber homosexuellen Lebensweisen ist demnach unter Jugendlichen insgesamt ein seltenes Gut – und unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist sie besonders schwach ausgeprägt.

Zitat:
„Ich dachte eigentlich, dass Homophobie kein Problem mehr sei – höchstens noch unter älteren Leuten oder in der Provinz. Das glaube ich nicht mehr. Ich habe bisher in einer Blase gelebt.“

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yellow_submarine
DIGimon


Anmeldungsdatum: 10.02.2009
Beiträge: 767

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BeitragVerfasst am: 13 Feb 2009 3:52    Titel: Antworten mit Zitat

Habe mir den Artikel durchgelesen. Bedrückend. Beängstigend. Ernüchtenrd. Mir hat sich Berlin toleranter präsentiert, mir waren eben nur diese "Toleranzinseln" bekannt, wie es im Artikel heißt, aber natürlich nachvollziehbar, dass es gerade dort, wo soo viele Menschen zusammenkommen, mit den verschiedensten kulturellen Hintergründen und Ideologien nicht weniger gesellschaftliche Probleme geben kann als in einem "Kuhdorf", in der Großstadt sind die Toleranzinseln halt wesentlich größer und zahlreicher als am Land.
Dieser Textauszug gibt auch was her:
Zitat:
Erst seit Gewalt so offen in Berlin stattfindet, Ehrenmorde geschehen und neben der rechten Szene ganz besonders muslimische Jugendliche Straftaten gegen Homosexuelle verüben, erst seitdem wird offener über die Diskriminierung von Homosexuellen in muslimischen Milieus gesprochen.

Dass besonders von jungen muslimischen Männern homophobe Gewalt ausgeht erklärt, warum auch besonders Homosexuelle "ausländerfeindliche" Politik bei den letzten Wahlen unterstützten. Integration ist etwas Spannendes, aber auch ein sehr sensibles Thema. Der Prozess scheint noch immer ziemlich am Anfang zu sein bzw. findet dieser überhaupt statt?! Zumindest mehren sich die Toleranzinseln habe ich das Gefühl. Ok, mein Beitrag ist zwar nicht ganz schlüssig, aber ich "poste" einfach...
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Kelle
DIGtator


Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 13 Feb 2009 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Traurig ist, dass man auch in Berlin schon aufpassen muss, den Blick schweifen lassen sollte, ehe man mal zu einem Kuss ansetzt. Berlin sollte aber auch ein melting pot sein, soch wo ist hier das "melting"? Auch wenn nicht ganz so krass wie in Wien, so bleiben die einzelnen Ethnien doch lieber unter sich, schade, wie ich finde.
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Kelle
DIGtator


Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 09 März 2009 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Vorab einmal eines: (Offensichtlich) Schwule gibt es nach wie vor zuhauf. Die gehen dann Händchen haltend in den gleichen U-Bahnhof wie ich und scheinen mich zu verfolgen. Wink Ich bin aber auch gerade mit dem Laptop in einem Internetcafé direkt am Nolli, hier läuft ja nichts anderes rum.
Hier ein weiterer Artikel aus der zitty.

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Kelle
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 14 Apr 2009 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Sensibilisierungsmaßnahmen in den Schulen - ein Coming Out scheint für viele Migranten undenkbar. http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/schule/Homosexualitaet;art295,2772595
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Sepulchre
Referent


Anmeldungsdatum: 08.02.2009
Beiträge: 453
Wohnort: im Wunderland

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BeitragVerfasst am: 14 Apr 2009 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

hab über Homosexualität bei Schwarzen und Muslimen eine Dokumentation gesehen (glaub es war BBC oder Channel 4, bin mir net mehr sicher). War ziemlich spannend und interessant, aber auch sehr erschreckend. Ich wusste dass Muslime große Probleme damit haben, aber dass auch die schwarze Community so arg dagegen ist (soll ich Färbige sagen? Ich weiß den politisch korrekten Term nicht^^) Ein Mädchen, das von ägyptischer Herkunft war, ist dann von zuhause davongerannt und in ein Heim gegangen. Sie hat dann zugestimmt, ihre Mutter auf Urlaub für zwei Wochen in die Heimat zu begleiten, obwohl ihre beste Freundin dagegen war und gesagt hat sie solle es nicht machen. Sie hat zwar ihren Passport gehabt und gesagt sie gibt ihn nicht mehr her, aber am Ende von der Doku haben sie ihre beste Freundin nochmals interviewt und die hat gesagt sie warte seit sechs Monaten darauf dass sie aus Ägypten zurückkommt...
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Kelle
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2009 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Tragisch. Leider kein Einzelfall. Ich sehe hier massive Probleme auf uns zukommen. Interessant aber, dass es in den einschlägigen Clubs vor türkischschtämmigen Schwulen nur so wimmelt.
Der Senat hat nun eine Broschüre veröffentlicht, die man auch hier auch als PDF-Datei runterladen kann.

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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2009 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Es war eine spannende Debatte. Ich komme soeben vom BVV-Sitzungssaal im Rathaus Schöneberg, in welchem ein Berliner Talk stattfand. Thema waren Übergriffe auf Lesben, Schwule und transidente Personen sowie der neue Beschluss des rot-roten Senats. Einig waren sich alle, dass der Antrag gut und ein richtiger Schritt ist. Der meiner Meinung nach durchaus beachtliche Antrag findet sich im genauen Wortlaut hier.
Es diskutierten Klaus Lederer (DieLinke, leider hat der Typ schon einen Freund Wink ), Tülin Duman (Gladt, Gays & Lesbians aus der Türkei) Anja Kofbinger (Bündnis90/DieGrünen), Frank van Dalen von der niederländischen "Volkspartei für Freiheit und Demokratie" und Bastian Finke vom Antigewaltprojekt Maneo (das auch das schwule Überfalltelefon betreibt.
Das Publikum war bunt gemischt. Jung, alt, lesbisch, schwul, Crossdresser waren auch zugegen. Die Diskussion wurde von Martin Reichert (taz) moderiert, spannend waren einige Beiträge allemal.
So stellte Klaus Lederer fest, dass es im Senat zum guten Ton gehöre, schwullesbische Anliegen zu unterstützen - der Antrag wurde von allen Parteien, auch der FDP, die übrigens "pro Reli" ist, angenommen, nur die CDU war einfach nicht da...
Tülin Duman brachte Mehrfachdiskriminierung ins Spiel und kurzzeitig erhitzte sich die Debatte. Diskriminierung gehe uns allen etwas an und es dürfe keine Trennung von Homophobie, Rassismus etc. geben. Ein engagierter Behindertenpädagoge ergriff das Wort und wollte Menschen mit Behinderung nicht ausgeklammert wissen. Zum Schluss berichtete eine lesbische Frau, in Deutschland geboren mit türkischen Eltern, dass sie jedes Mal nach der Schule als Ausländerin zusammengeschlagen worden sei. Sie sei später aus Ostdeutschland nach Schöneberg (Westberlin) geflüchtet, wo man sie wiederum selbst auf Krücken als Lesbe verprügelte. "Wohin soll ich mit meiner Wut?", fragte sie.
Wir müssen das Thema gemeinsam anpacken. Ausländer, Inländer, Heten, Homos. Wir dürfen nicht mehr zugucken, wir müssen entschieden und selbstbewusst auftreten und Gewalt jeglicher Art ablehnen. Gemeinsam. So auch der Tenor im Rathaus.

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DIGimon


Anmeldungsdatum: 10.02.2009
Beiträge: 767

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2009 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Bericht über die Debatte! Hab mal grob drübergelesen über den Antrag und diese Broschüre, da lohnt sich auf alle Fälle noch ein genauerer Blick! Gute Sache auf alle Fälle, die hoffentlich auch ein gutes Ende findet und reale Verwirklichung/Wirkung findet!

Gab's von der CDU irgendeine Begründung/Entschuldigung, warum man nicht vertreten ist/war?
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Kelle
DIGtator


Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2009 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist mir nicht bekannt.
Mir fällt in dem Zusammenhang aber eine passende Anekdote aus Wien ein: Als es um das Hissen der Regenbogenfahne am Alten Rathaus der Inneren Stadt ging, war die ÖVP dagegen. Just bei der Abstimmung machte die schwarze Fraktion eine Raucherpause - und der Antrag ging durch...

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Kelle
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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 01 Okt 2009 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Was hat sich getan?
Es gibt nun ein Bündnis gegen Homophobie, das einige Firmen mittragen.
Die Stadtstaaten wollen eine Erweiterung im Grundgesetz.

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Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 1958

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BeitragVerfasst am: 17 Jun 2010 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Was ist nur los? Woher diese Übergriffe? Sind es die nervigen Türken?

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/jetzt-reichts-langsam/

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